Wiener Börse Podcast

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Finanzexperten Oswald Salcher und Oliver Roth: "Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen und Aktien kaufen!"

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Die Finanzexperten Oswald Salcher und Oliver Roth über den Ausbau des österreichischen Kapitalmarkts. Im Rahmen des Wiener Börsenpreises erklären beide, die "Aktienkultur in Österreich" ausweiten zu wollen. "Wir haben das erste Mal das Gefühl, dass die Politik den Kapitalmarkt richtig ernst nimmt." Noch viel mehr Menschen sollen Aktien kaufen und ihre Altersvorsorge stärker über Aktien und Wertpapiere aufbauen, möglichst auch mit österreichischen Titeln. Im Vergleich zu Deutschland wird auf einen dort deutlich geringeren Anteil an Aktieninvestoren verwiesen. Für Österreich wird genannt, dass derzeit rund 30 Prozent Aktionäre seien, dieser Anteil aber weiter steigen solle.

UNIQA Insurance Group AG. CEO René Knapp: "Bilanzjahre sind den Naturkatastrophen relativ egal"

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Die UNIQA Insurance Group AG macht die beste Medienarbeit und erhält eine Auszeichnung beim Börsepreis in Wien. Klimawandel und Naturkatastrophen zwingen das Unternehmen zu einer langfristigen Strategie (bis 2050 im Konzern), denn "Bilanzjahre sind den Naturkatastrophen relativ egal", so CEO Rene Knapp. "Es geht beim Thema Nachhaltigkeit auch stets um eine konsequente Haltung, die man auf einen langen Zeitraum einnimmt." Knapp verweist auf die Gründung von Uniqa Sustainable sowie auf ESG-Ziele bis 2040 und 2050 mit Zwischenetappen.

A1 Telekom Austria erhält Nachhaltigkeitspreis. Thomas Arnoldner: "KI wird zum weiteren Treiber für Bandbreiten"

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Die A1 Telekom Austria AG beeindruckt nachhaltig beim Wiener Börsepreis und holt zum dritten Mal den Nachhaltigkeitspreis. "Wenn wir dekarbonisieren, machen wir das in erster Linie, indem wir Energie einsparen. Damit sparen wir nicht nur Kosten, damit sparen wir auch CO2-Emissionen. Damit treiben wir auch die Modernisierung unserer Netze voran", so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Arnoldner, der davon überzeugt ist, dass "ein weiterer Treiber von Bandbreiten" der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sein wird. "er Phantasie sind in diesem Kontext so gut wie keine Grenzen gesetzt." Arnoldner spricht zudem über den schrittweisen 2G-Rückbau, der Kapazitäten für neue Technologien schafft.

"For the greater good of the economy" - Christoph Boschan, CEO Börse Wien: "Unmittelbar zu aktivierende Wachstumsreserve

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Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, spricht von einer "neuen historischen Zugewandtheit". So gab sich der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker mit seinem Finanzministerium beim Börsepreis im Palais Niederösterreich die Ehre. "Österreich ist ein unglaublich reiches Land mit einem sehr aktiven und erfolgreichen Unternehmertum. Hier liegt eine unmittelbar zu aktivierende Wachstumsreserve für das Land." Der ATX Total Return schlägt den Euro Stoxx derzeit deutlich. Boschan erklärt zudem, wie niedrig verzinste Ersparnisse stärker investiv genutzt werden könnten. Er fordert vor allem bessere Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge und verweist auf große ungenutzte Sparvolumina. Zudem ordnet er die Entwicklung des ATX Total Return ein und betont die neutrale Rolle der Börse.

STRABAG SE - CEO Stefan Kratochwill: "Wir werden sehr viel Arbeit in Deutschland haben"

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Börsepreis Wien: Dritter Rang beim ATX-Preis für die Strabag AG. 42 % der Leistung erbringt das Unternehmen in Deutschland. "Die dortige Infrastruktur wurde in den letzten Jahren definitiv vernachlässigt. Wir gehen davon aus, dass wir sehr viel Arbeit in Deutschland haben werden", so der CEO Stefan Kratochwill. Die Strategie 2030 lauscht dem Dreiklang "People, Planet und Progress". Zusätzlich beackert Strabag sechs Kernfelder, darunter Hightech-Buildings, Energie- und Wasserinfrastruktur, aber auch Property and Facility Service. "Der Wohnungsbau macht bei der Strabag unter 7 Prozent aus." Das Geld aus dem Kapitalmarkt bleibt also auch in Zukunft willkommen.

Oberbank feiert 40 Jahre Wiener Börse. Martin Seiter: "Börse ein Wachstumsmotor"

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"Wir können das, was eine Großbank kann, aber wir sprechen wie eine Regionalbank." Die Oberbank ist anders, weil sie eine verlässliche Alternative in der Deutschen Bankenlandschaft ist. Seit dem Börsengang 1986 wurden laut Oberbank jedes Jahr Dividenden gezahlt, in Summe 765 Mio. Euro. In diese Zeit fällt auch die "wahre Gründung" der altehrwürdigen Bank, so der designierte Generaldirektor Martin Seiter. Die Zahl der Aktionärinnen und Aktionäre stieg seither von rund 1.000 auf über 10.000. "Wir sind keine Wohlfühlbank, sondern eine High-Performance-Bank, also zum Erfolg verdammt." 2025 war ein Rekordjahr. Vorsteuergewinn: 477 Millionen Euro. Provisionsergebnis plus 12,6. Risikovorsorge niedriger Eigenkapital plus 6,3 %. Gleichzeitig fiel das Zinsergebnis um 5,3 % und die At-Equity-Beteiligung ging um 24 % zurück.

Nikolaus Juhasz (BKS Bank AG): "Thema Nachhaltigkeit steht bei der Bankfinanzierung immer noch ganz oben"

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Nikolaus Juhasz ist seit Juli 2024 Vorstandsvorsitzender der BKS Bank. Er arbeitet bereits seit mehr als 25 Jahren im Unternehmen und gilt als klassischer Hausaufsteiger mit starkem Firmenkundenhintergrund. Zuvor leitete er große Vertriebsregionen der Bank in Österreich. Er sieht einen "Transformationsprozess in der mitteleuropäischen Wirtschaft“ und zahlreiche Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Die Kreditnachfrage steigt - die Kapazitätserweiterungen finden allerdings im außereuropäischen Ausland statt. "Aber wir sehen gerade auch bei unseren Firmenkunden, dass nach wie vor sehr viel investiert wird im Bereich der Nachhaltigkeit", so Juhasz im Rahmen des Wiener Börsenpreises.

Börsepreis in Wien mit Jury-Vorstand Fritz Mostböck: "Wie proaktiv sind die Unternehmen gegenüber den Investoren?"

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"Total relaxed" beim Börsenpreis in Wien. Vielleicht liegt es ja daran, dass Fritz Mostböck heuer für die ÖVFA (Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) den Jury-Vorsitz bekleidet. "Der größte Herzeige-Event des österreichischen Kapitalmarkts" mit Auszeichnungen im ATX, für Mid Caps, Corporate Bonds, Media Relations und im Bereich der Nachhaltigkeit (Phoenix-Nachhaltigkeitspreis). Eine wichtige Frage bei der Preisvergabe: Wie proaktiv sind die Unternehmen gegenüber den Investoren? Auch die Kursperformance liefert wertvolle Punkte. "Zentral- und Osteuropa ist der Wachstumsmotor für die Europäische Union." Globale Marktnischenplayer wie FACC und Palfinger schafften es in diesem Jahr auf das Siegertreppchen.

Palfinger-CFO Felix Strohbichler: "Europa ist wieder ein starker Anker geworden, die USA performen nicht entsprechend"

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Zweiter Platz "Mid-Cap" beim Wiener Börsenpreis für die Palfinger AG. CFO Felix Strohbichler über die Auszeichnung beim renommiertesten Preis des österreichischen Kapitalmarktes: "Eine Bestätigung unserer Kapitalmarktarbeit und auch der operativen Performance." Und zudem eine Motivationsspritze in geopolitisch unverändert turbulenten Zeiten. "Möglichst flexibel bleiben, um für alle denkbaren Szenarien ein gutes Setup zu haben." In vielen europäischen Märkten reüssiert Palfinger: Strohbichler erwähnt die Infrastrukturpakete (z.B. ReARM Europe und KI-Anwendungen), bedauert aber, dass "Deutschland und Frankreich weniger gut performen, aber ich kann nicht glauben, dass sich Deutschland dauerhaft auf Talfahrt befindet". Als Belastung für Tätigkeiten in Nordamerika nennt er die US-Zollpolitik, die Anpassungen in der Wertschöpfungskette erfordere und die Profitabilität beeinträchtige.

1.000 Ampere Zukunft: AT&S verdrahtet den KI-Boom.

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AT&S-Chef Michael Mertin sieht das Unternehmen nicht nur als Zulieferer, sondern als Innovationspartner der großen Tech-Kunden. Der KI-Boom sei kein kurzfristiges Börsenthema, sondern ein mehrjähriger Megatrend. Besonders spannend ist die technische Rolle von AT&S: Substrate und High-End-Leiterplatten sorgen dafür, dass Chips untereinander und mit dem Speicher immer schneller kommunizieren können. Genau diese Verbindung wird laut Mertin zum Engpass moderner KI-Systeme. Künftige Anwendungen reichen von Rechenzentren über autonome Fahrzeuge bis zu Robotik und dezentraler KI im Alltag. Technisch wird es anspruchsvoll: KI-Chips brauchen enorme Stromstärken von teils über 1.000 Ampere. Gleichzeitig müssen Wärme, Energieeffizienz und Stabilität beherrscht werden. AT&S arbeitet dafür an eingebetteten Komponenten, Mikrotransformatoren und extrem komplexen Leiterplatten mit bis zu 80 Lagen. Auch KI hilft bereits beim Design und bei der Simulation. AT&S ist operativ zurück im Wachstumsmodus, aber unter dem Strich noch nicht sauber profitabel. Der Umsatz legte 2025/26 auf 1,8 Mrd. Euro zu, währungsbereinigt sogar um 21 %, das EBITDA lag bei 418 Mio. Euro. Unter dem Strich steht aber noch ein Konzernverlust von 25,6 Mio. Euro, vor allem wegen Währungseffekten, Finanzierungskosten und hoher Abschreibungen. Das vierte Quartal war stark: Der Umsatz stieg um 21 %, das Nettoergebnis lag bei 13,7 Mio. Euro.

Über diesen Podcast

In diesen Podcasts hören Sie Interviews rund um die Wiener Börse und den österreichischen Kapitalmarkt. CEOs und CFOs geben Einblicke in börsennotierte Unternehmen. Analysten und Fondsmanager teilen Einschätzungen zur Marktlage, attraktiven Branchen und Favoriten unter österreichischen & internationalen Aktien. Außerdem erfahren Anleger: Tipps zur steuerlichen Behandlung von Dividenden und Wertpapier-Gewinne und Updates zum Umfeld für Börsengänge.

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