Wiener Börse Podcast

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Börsepreis in Wien mit Jury-Vorstand Fritz Mostböck: "Wie proaktiv sind die Unternehmen gegenüber den Investoren?"

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"Total relaxed" beim Börsenpreis in Wien. Vielleicht liegt es ja daran, dass Fritz Mostböck heuer für die ÖVFA (Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) den Jury-Vorsitz bekleidet. "Der größte Herzeige-Event des österreichischen Kapitalmarkts" mit Auszeichnungen im ATX, für Mid Caps, Corporate Bonds, Media Relations und im Bereich der Nachhaltigkeit (Phoenix-Nachhaltigkeitspreis). Eine wichtige Frage bei der Preisvergabe: Wie proaktiv sind die Unternehmen gegenüber den Investoren? Auch die Kursperformance liefert wertvolle Punkte. "Zentral- und Osteuropa ist der Wachstumsmotor für die Europäische Union." Globale Marktnischenplayer wie FACC und Palfinger schafften es in diesem Jahr auf das Siegertreppchen.

Palfinger-CFO Felix Strohbichler: "Europa ist wieder ein starker Anker geworden, die USA performen nicht entsprechend"

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Zweiter Platz "Mid-Cap" beim Wiener Börsenpreis für die Palfinger AG. CFO Felix Strohbichler über die Auszeichnung beim renommiertesten Preis des österreichischen Kapitalmarktes: "Eine Bestätigung unserer Kapitalmarktarbeit und auch der operativen Performance." Und zudem eine Motivationsspritze in geopolitisch unverändert turbulenten Zeiten. "Möglichst flexibel bleiben, um für alle denkbaren Szenarien ein gutes Setup zu haben." In vielen europäischen Märkten reüssiert Palfinger: Strohbichler erwähnt die Infrastrukturpakete (z.B. ReARM Europe und KI-Anwendungen), bedauert aber, dass "Deutschland und Frankreich weniger gut performen, aber ich kann nicht glauben, dass sich Deutschland dauerhaft auf Talfahrt befindet". Als Belastung für Tätigkeiten in Nordamerika nennt er die US-Zollpolitik, die Anpassungen in der Wertschöpfungskette erfordere und die Profitabilität beeinträchtige.

1.000 Ampere Zukunft: AT&S verdrahtet den KI-Boom.

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AT&S-Chef Michael Mertin sieht das Unternehmen nicht nur als Zulieferer, sondern als Innovationspartner der großen Tech-Kunden. Der KI-Boom sei kein kurzfristiges Börsenthema, sondern ein mehrjähriger Megatrend. Besonders spannend ist die technische Rolle von AT&S: Substrate und High-End-Leiterplatten sorgen dafür, dass Chips untereinander und mit dem Speicher immer schneller kommunizieren können. Genau diese Verbindung wird laut Mertin zum Engpass moderner KI-Systeme. Künftige Anwendungen reichen von Rechenzentren über autonome Fahrzeuge bis zu Robotik und dezentraler KI im Alltag. Technisch wird es anspruchsvoll: KI-Chips brauchen enorme Stromstärken von teils über 1.000 Ampere. Gleichzeitig müssen Wärme, Energieeffizienz und Stabilität beherrscht werden. AT&S arbeitet dafür an eingebetteten Komponenten, Mikrotransformatoren und extrem komplexen Leiterplatten mit bis zu 80 Lagen. Auch KI hilft bereits beim Design und bei der Simulation. AT&S ist operativ zurück im Wachstumsmodus, aber unter dem Strich noch nicht sauber profitabel. Der Umsatz legte 2025/26 auf 1,8 Mrd. Euro zu, währungsbereinigt sogar um 21 %, das EBITDA lag bei 418 Mio. Euro. Unter dem Strich steht aber noch ein Konzernverlust von 25,6 Mio. Euro, vor allem wegen Währungseffekten, Finanzierungskosten und hoher Abschreibungen. Das vierte Quartal war stark: Der Umsatz stieg um 21 %, das Nettoergebnis lag bei 13,7 Mio. Euro.

2025/2026 Agrana. CEO Stephan Büttner: "Zucker mit negativer Entwicklung, aber Agrana bleibt ein Dividendentitel"

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Süße Produkte, harte Märkte: "Das Geschäft mit Zucker ist ein zyklisches Geschäft, es ist volatil. Im Moment sind wir in einer Talsohle." Agrana-CEO Stephan Büttner spricht von "außerordentlichen Sondereffekten", darunter befindet sich auch die Zollproblematik. "Der Zucker hat eine negative Entwicklung." Die Zucker-Restrukturierung des Unternehmens (z.B. Werkschließungen in Leopoldsdorf und Hrušovany) zeigte Wirkung. Food & Beverage Solutions liefert mehr als die Hälfte des Umsatzes. Das Segment lieferte 2025/26 gut die Hälfte des Konzernumsatzes und mit 103,3 Mio. Euro EBIT den größten und stabilsten Ergebnisbeitrag. Der allgemeine Umsatz fiel um 7,9 %, das operative Ergebnis stieg leicht, der EBIT brach wegen Sondereffekten aber auf 3,2 Mio. Euro ein. Konzernergebnis: -35,6 Mio. Für 2026/27 stellt Agrana 70 bis 90 Mio. Euro EBIT in Aussicht.

Mit Speed durch 2026. Frequentis-CEO Norbert Haslacher:

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"Eine instabile Welt sorgt primär für eine erhöhte Budgetlage in den Ländern." Und von dieser möchte auch die Frequentis Gruppe in den drei Hauptgerschäftsfeldern Luftfahrt, Transport und kritische Infrastrukturen profitieren, dabei verlässt sie sich gerne auf die lokale Kundennähe. "Es geht gar nicht so sehr darum, von anderen Marktanteile wegzunehmen, sondern den wachsenden Markt entsprechend gut bedienen zu können. Über die Technologieführerschaft schaffen wir die Weltmarktführerschaft", so CEO Norbert Haslacher. Akquisitionen spielen dabei durchaus eine Rolle - Haslacher erwähnt eine bevorstehende im dreistelligen Millionenbereich: "Dafür könnte es eine Kapitalerhöhung geben." Die Orderbücher sind gut gefüllt. "Was das Jahr 2026 angeht, sind wir sehr energetisch." Das Unternehmen bleibt dennoch in der Guidance aufgrund der geopolitischen Situation und wegen der Lieferkettenproblematik konservativ: "Um die 10 % Umsatzwachstum erwarten wir sowie eine EBIT-Ratio von 7 %."

Jahreszahlen 2025 Polytec. CEO Markus Huemer: "Europäische Automobilindustrie erlaubt kein Wachstum"

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Zölle und Energiekosten treffen auch Polytec, aber "es ist müßig, auf jede Reaktion von Trump entsprechend zu reagieren", so CEO Markus Huemer. Das meiste Geld verdient Polytech weiterhin mit Passengers, Cars and Light Commercial Vehicles, also PKWs und leichten Nutzfahrzeuge, darunter viele mit Elektroantieb: "Je mehr Elektromobilität kommt, umso glücklicher sind wir, weil grundsätzlich mehr Wertschöpfung schon in unseren neuen Bauteilen für die Elektroantriebe besteht." Der Umsatz ist 2025 leicht auf 666,8 Mio. Euro gesunken, das EBIT ist aber von 3,5 auf 19,8 Mio. Euro gestiegen. "Wir haben uns von unserem Problemgeschäft getrennt und deutlich Personal abgebaut." Die Dividende liegt bei 0,20 Euro Dividende vor, die Nettoverschuldung ist auf 17,6 Mio. Euro reduziert. "Das Jahr 2026 bleibt anspruchsvoll. Die Automobilindustrie in Europa erlaubt kein Wachstum."

Was ist die nächste Red-Bull-Story? Österreichs nächste Überflieger: UpNano, AEEG und der Weg zur Börse

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Arno Fuchs ist der "Fuchs im Finanzierungsrevier". Der Gründer und CEO von FCF Fox Corporate Finance erklärt, warum aus guter Technologie allein noch lange kein Champion wird. Beispiel Quantum Systems: Früher eine junge Drohnenfirma mit Finanzierungsbedarf, heute ein Defense-Unicorn mit Milliardenbewertung. Ohne Fördermittel, Factoring, Kapitalerhöhungen und EIB-Finanzierung wäre der Überflieger vielleicht nie abgehoben. Fuchs sagt Klartext: Europa baut oft die besseren Produkte, Amerika verkauft besser. Oder wie er sagt: "Die Amerikaner wissen, wie sie dem Papst ein Doppelbett verkaufen." In Österreich sieht er spannende Unicorn-Kandidaten, etwa UpNano aus Wien mit 3D-Druck im Nanobereich und AEEG aus Niederösterreich mit einem neuartigen, nicht toxischen Sprengstoff. Entscheidend ist nicht das Buzzword, sondern Wachstum, Substanz, Vertriebskraft und Kapitalmarktfähigkeit. Ein IPO muss nicht riesig sein. Er muss liefern können.

re:guest wächst stark, baut Plattform aus und sucht Kapital

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30 % Wachstum, klare Strategie, große Ziele: re:guest baut eine Plattform für die Hotellerie. CEO Michael Mitterhofer erklärt den Umbau nach dem Börsengang, steigende Kosten, mehr Schulden und den Plan für weiteres Wachstum. Warum jetzt Investoren gefragt sind, welche Rolle KI spielt und wie Hotels künftig alles aus einer Hand bekommen sollen.

Semperit-IR Bettina Schragl über das B&C-Übernahmeangebot: "Wir werden bis 4. Mai Stellungnahme veröffentlichen"

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Semperit AG Holding: 2025 war kein Sprint, eher ein Stolperstart mit starkem Schlussspurt. Für 2026 macht Semperit wieder mehr Mut. Und mit dem Übernahmeangebot der Mehrheitsaktionärin B&C Holding (17. April) ist auch bei der Aktie plötzlich mehr Zug drin. "Wir werden bis spätestens 4. Mai unsere Stellungnahme veröffentlichen", so Bettina Schragl (IR) auf der Invest in Stuttgart. Für 2025 fällt zudem eine Dividendenausschüttung aus. "Wir wollen profitables Wachstum, um den Umsatz wieder auf 1 Mrd. zu bringen." Das österreichische Traditions-Unternehmen aus der Gummiindustrie leidet ebenso unter den hohen Energiekosten: "Jeder dritte Rolltreppenhandlauf ist von Semperit."

252 Jahre jung: Die Fonds-Idee trotzt Krieg, Ölpreis und Börsenlärm

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Nahost, Öl, Nervosität, Schlagzeilen im Dauertakt - und ausgerechnet ein Mann aus dem 18. Jahrhundert liefert die vernünftigste Antwort. Abraham van Ketwich, Amsterdamer Kaufmann und Pionier des ersten Investmentfonds, brachte 1774 auf den Punkt, was bis heute gilt: Nicht alles auf eine Karte setzen, sondern breit streuen. "Eendragt Maakt Magt" - Eintracht macht stark - war mehr als ein Fondsname, es war die Kampfansage an Klumpenrisiko und Anlegerpanik. Heinz Bednar, Präsident der VÖIG, zeigt zum Weltfondstag, warum diese Idee heute wieder hochmodern ist. Wer auf jede Schlagzeile anspringt, verzockt oft die eigene Strategie. Fonds sind deshalb kein braves Pflichtprogramm, sondern ein stabiles Werkzeug für langfristigen Vermögensaufbau. In Österreich stieg das Fondsvolumen 2025 auf rund 236,5 Mrd. Euro - ein Rekord und auch ein Vertrauenssignal.

Über diesen Podcast

In diesen Podcasts hören Sie Interviews rund um die Wiener Börse und den österreichischen Kapitalmarkt. CEOs und CFOs geben Einblicke in börsennotierte Unternehmen. Analysten und Fondsmanager teilen Einschätzungen zur Marktlage, attraktiven Branchen und Favoriten unter österreichischen & internationalen Aktien. Außerdem erfahren Anleger: Tipps zur steuerlichen Behandlung von Dividenden und Wertpapier-Gewinne und Updates zum Umfeld für Börsengänge.

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