Wiener Börse Podcast

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Q3 Agrana. Der Zucker-Schwan streift die Hülle ab: "Gutes Ergebnis auch im siebten Quartal in Folge"

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Zu den positiven Überraschungen 2022 in Österreich zählt laut Fondsmanager Wolfgang Matejka auch die Agrana: "Ein Underdog hat so langsam damit begonnen, die Hülle abzustreifen und als Schwan hervorzutreten." Die Q3-Zahlen 2022/23 bestätigen diese Einschätzung. Der Umsatz stieg um 26,4 % auf 2.742,5 Mio. Euro. Zudem zeigt das Unternehmen ein starkes operatives Ergebnis (plus 77 % auf 121,6 Mio.). Allerdings reduzierten außerordentliche Abschreibungen auf Goodwill und Assets im Segment Frucht im zweiten Quartal das Konzern-EBIT um 33,9 % auf 50,2 Mio. "Alle Segemente haben bei der Umsatzentwicklung beigetragen", so CEO Markus Mühleisen, "der Turnaround beim Zucker ist besonders ausgeprägt." Die Agrana fühlt sich dank der Umstellung auf einen dualen Betrieb mit Heizöl Extra Leicht gut gerüstet, falls es bei der Versorgung mit Erdgas zu Engpässen kommen sollte.

Klare Worte von Herbert Schmarl: Müssen Umwelt-Krise lösen - Gefahr Spaltung der Gesellschaft - Inflation kommt 2024 zur

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Fondsberater Herbert Schmarl: "Ich glaube nur an einen temporären Rückgang der Inflation bis zur Jahresmitte und dann wird die Inflation, die sich längst festgefressen hat, nicht weiter zurückgehen. Und ab 2024 wieder steigen. Die Notenbanken werden einen frühzeitigen Quasi-Sieg veröffentlichen. Ich glaube, dass sie sich spätestens in einem Jahr eingestehen müssen, dass sie die Brände unter der Erde nicht gelöscht haben. Ich glaube, dass zu viele Glutnester, also Inflationsbringer unter der Oberfläche schwelen, wie Personalknappheit, Demografie.... - Auch das Klima: Ohne Änderungen in unseren Verhaltensweisen fahren mit Vollgas auf die Umwelt-Klippe zu. Ich warne aber nicht nur nach ESG-Kriterien zu urteilen - Ganz gefährlich ist die Spaltung der Gesellschaft!"

CEO Dr. Boschan: 2022 Top-Jahr für Börse Wien, Eigentor "Übergewinnsteuer", Aktien-Rente, 3 Neuzugänge

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Das Jahr 2022: Putin-Krieg in der Ukraine, Lieferketten Probleme, Anleihen-Crash, XXL-Inflation, Crash der Digital-Aktien, Krypto-Crash, explodierende Kosten überall. Dr. Boschan, CEO der Wiener Börse: "Selten veranlasste mich ein Intro zu mehr Widerspruch, denn mindestens die Hälfte der aufgezählten, tatsächlich kursbestimmenden Faktoren sind alles andere als Black Swans gewesen. Deren Natur ist es, überraschend von der Seite unvorbereitet aufzutauchen." Trotzdem ist der Börsenumsatz der Börse Wien auf einem 10-Jahreshoch. "Er ist mehr oder weniger auf dem Vorjahresniveau." - Nicht nur Börsenunwort, sondern sie ist auch Gesetz, die "Übergewinnsteuer". - Top Anleihen-Segment, "Preis und Leistung stimmt!" 2022 gab es drei Neuzugänge, aktuell VAS AG und zwei davon im Top-Segment prime market mit PIERER MOBILITY und RHI MAGNESITA, die schon bei der Gründung des ATX dabei war."

Fritz Mostböck: Viele ATX Firmen sind vom Krieg gar nicht betroffen, aber trotzdem abgestraft - Ausblick 2023

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Fritz Möstböck, Head of Group Research ERSTE: "Das Fazit 2022 ist, dass die Wiener Börse stärker betroffen war durch den Krieg, der uns seit Ende Februar beschäftigt. Wenn es meistens international stark bergab geht, dann ist die Wiener Börse stärker betroffen als kleinerer Randmarkt. Das hat auch mit Liquidität zu tun. Auf der anderen Seite, wenn es international aufwärts geht, dann ist meistens die Börse Wien ganz vorne mit dabei und meist besser als viele internationale Indizes. Wenn man als internationaler Investor mit dem Krieg auf die Landkarte schaut, dann hat die Ukraine mit unseren Heimmärkten, also mit Polen, der Slowakei, mit Ungarn und Rumänien direkte Grenzen und liegt somit vor der Haustür. Es sind ja viele österreichischen Unternehmen im ATX, die den Großteil ihrer Erträge in Zentral- und Osteuropa generieren. Somit sollten diese Firmen stärker betroffen sein, was so teilweise gar nicht stimmt".

Zumtobel Halbjahreszahlen: angehobene Prognose bleibt trotzdem vorsichtig

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Die Energiekrise ist auch im Geschäft mit Beleuchtung angekommen. Zumtobel CFO Thomas Erath: "Wir bemerken das auf zwei Seiten: Dass wir auch viel mehr Geld für Strom bezahlen, als wir vorher bezahlt haben. Und auf der anderen Seite sehen wir eine erhöhte Nachfrage, insbesondere im Refurbishing Bereich. Mit unseren Produkten können Sie bis zu 80 % Energie sparen." Im Halbjahr 2022/23 sieht man Wachstum: Umsatzplus 10,6 % auf 627,8 Mio. Euro. "Der größte Teil kommt aus höheren Preisen". Auch der Gewinn ist gestiegen: Das EBIT liegt bei 50,8 Mio. Euro nach 35 Mio. im Vorjahr, die EBIT-Marge bei 8,1 %, nach 6,2 % im Vorjahr. "Die Halbleiter waren viel besser verfügbar, so konnten wir mehr Produkte zu unseren Kunden ausliefern. Das Zweite war ganz klar, dass wir unsere Preisanhebungen an die Kunden weitergeben konnten, und zwar in einem Ausmaß, von dem wir selber überrascht waren, dass es gegangen ist." Die Prognose wurde angehoben, bleibt aber dennoch vorsichtig.

Ist Rüstung ESG? Rosinger: "Jeder Europäer, der sich westlichen Werten verpflichtet fühlt, sollte in Verteidigung invest

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Einiges zu besprechen mit Investor und Finanzexperte Gregor Rosinger: Er hat einen Award der Europäischen Kommission verliehen bekommen und begleitet in der nächsten Woche trotz des aktuellen Marktumfeldes ein weiteres Unternehmen an die Börse (VAS AG), das eigentliche Thema ist aber die Debatte um Rüstung und ESG. Viele ESG-Investoren lehnen Investitionen in Rüstungsunternehmen klar ab. Gregor Rosinger hat dagegen schon im letzten Interview gesagt: "Der Beginn der Nachhaltigkeit ist immer die Rüstungsindustrie." Er fordert: "Jeder Europäer, der sich westlichen Werten verpflichtet fühlt, sollte zumindest 5-10 % seines Wertpapierdepots auch in die Verteidigungsindustrie investieren."

Von Hidden zum Champion: Warum die Angst vor dem Börsengang unbegründet ist

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Vom Tech- bis zum traditionellen Familienunternehmen – ein Börsengang unterstützt die globale Wachstumsstrategie, sichert die langfristige Existenz und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen. Kein Finanzierungsinstrument bringt mehr Kapital, Sichtbarkeit und Ordnung als ein IPO. Nur Eigenkapital kann den hohen Investitionsbedarf decken, der zur Finanzierung von Risiko und Innovation benötigt wird. Im Rahmen des Future Forums wurden die Vorteile eines Börsenlistings aber auch die Herausforderungen diskutiert. FACC und Palfinger lieferten dazu Best Practice-Beispiele. Welche Veränderungen bringt die neue Transparenz und Öffentlichkeit in der Kommunikation und wo liegt der Mehrwert? Wie wird eine Börsennotiz zum Treiber der Nachhaltigkeitsstrategie? Außerdem wurden die Voraussetzungen für die Börsenfitness, die Bedeutung der Investmentstory für Investoren, die Wahl des richtigen Börsenplatzes sowie die Notwendigkeit eines starken heimischen Kapitalmarktes thematisiert.

Diskussionsteilnehmende:
- Regina Prehofer, Aufsichtsratsmitglied (AT&S, Wienerberger)
- Robert Machtlinger, CEO FACC AG
- Felix Strohbichler, CFO Palfinger AG
- Christoph Boschan, CEO Wiener Börse AG
Moderation: Jakob Zirm, stv. Ressortleiter Wirtschaft, Die Presse
Dieser Roundtable fand am 23.11.2022 über Zoom statt.

Wolftank CEO Werth: "Wasserstofftanken - das können nur 10 Unternehmen"

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Tankanlagen für Flüssiggas und Wasserstoff, das ist die Expertise der Wolftank AG aus Innsbruck. Die Branche hat eine starke Entwicklung genommen in den vergangenen Jahren. CEO Dr. Peter Werth: "Früher haben die Kunden LNG und Wasserstoff eingesetzt, weil sie auf der Suche waren nach sauberen Lösungen. Momentan geht es um die Grundversorgung mit Energie, um sich von Öl und Gas aus Russland unabhängig zu machen. Der Krieg in der Ukraine hat die Entwicklung also beschleunigt, nicht erneuert." Auch das Verhalten und das Wissen der Kunden hat sich weiterentwickelt. Hieß es bislang pauschal: Elektromobilität ist per se grün, wird jetzt differenziert. "Kunden wollen wissen, wie braun oder grün ist der Strom. Wird er aus Kohle hergestellt oder aus Sonne und Wind. Dieses Bewusstsein ist jetzt da. Beim Wasserstoff war man schon eher auf dem grünen Trip. Grüner Wasserstoff mittlerweile zur Genüge da." Wasserstoff Tanken ist auf dem Vormarsch. Italien z.B. investiert kurzfristig 230 Mio. Euro in Wasserstofftankanlagen. "Wir können das, wir bieten das an. Es gibt derzeit nur 10 Unternehmen, die das können das, wir sind eines davon!"

Porr CEO Karlheinz Strauss: "Im Vierten Quartal wird die Ernte eingefahren"

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Derzeit läuft die Fußball-WM in Katar. Porr hat eine interessante Geschäftsbeziehung ins Emirat. Porr hat das Al Janoub Stadion gebaut. Frankreich hat schon gegen Australien gewonnen dort. Auch das Achtelfinale findet dort statt. Auch die U-Bahn hat Porr mitgebaut und mal eben über 30 km Tunnel gebohrt. CEO und Mehrheitseigentümer Karl-Heinz Strauss: "Fußball ist meine Leidenschaft und bauen mein Beruf. Es gibt nicht schöneres, als Fußballstadien zu bauen! Wir können das!" Die Nachfrage ist groß nach den Lösungen aus einer Porr-Hand: Solider Auftragsbestand mit EUR 7,8 Mrd., Umsatz 4,5 Mrd. (Plus knapp 10 %), EBT 57,5 Mio. über 2 Drittel gesteigert. "Das Baugeschäft ist sehr saisonal. Das erste Quartal ist nahezu nichts, das zweite beginnt, das dritte steigt und im vierten Quartal wird die Ernte eingefahren." Um dem Mangel an (Fach)arbeiten entgegenzuwirken, hat Porr aktuell 100 Arbeiten aus Indien auf die Baustellen nach Rumänien geholt.

Wolfgang Habermayer: "Anleihen attraktiver - Bodenbildung bei Aktien noch nicht abgeschlossen"

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"Wie wird sie die Geopolitik weiter verhalten, das ist die entscheidende Frage", sagt Vermögensberater Dr. Wolfgang Habermayer von Merito. Daran misst sich, wie sich die Konjunktur entwickelt. "Wir rechnen mit einer nur milden Rezession. Allerdings werden Aktien belasten durch eben eine Rezession. Attraktiver sind derzeit Anleihen. "Wir haben die Anleihenquoten deutlich erhöht, bei Aktien sind wir noch untergewichtet." Hier besser die Bodenbildung abwarten. Erfreuliches aus den Unternehmen, die scheinen meist resilient zu sein gegen die momentanen Herausforderungen. "Geduld wird belohnt: 2023 wird ein gutes Anlagejahr!"

Über diesen Podcast

In diesen Podcasts hören Sie Interviews rund um die Wiener Börse und den österreichischen Kapitalmarkt. CEOs und CFOs geben Einblicke in börsennotierte Unternehmen. Analysten und Fondsmanager teilen Einschätzungen zur Marktlage, attraktiven Branchen und Favoriten unter österreichischen & internationalen Aktien. Außerdem erfahren Anleger: Tipps zur steuerlichen Behandlung von Dividenden und Wertpapier-Gewinne und Updates zum Umfeld für Börsengänge.

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