Wiener Börse Podcast

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Transkript

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00:00:00: Basen Radio Network AG.

00:00:04: Das Vorstandsinterview.

00:00:06: Guten Tag, mein Name ist Walter Blin und ich bin Generaldirektor der österreichischen Post.

00:00:10: An die große Börsenradio, die Stimme des Börsensradios.

00:00:12: Herzlich willkommen!

00:00:13: Wir müssen ganz kurz in die Geschichte gehen um dann zum hier und jetzt zu kommen.

00:00:17: das Postwesen in Österreich eine irrsinnig lange Geschichte über fünfhundert Jahre geht zurück auf Kaiser Maximilian I. der startete damals die erste Postverbindung zwischen Innsbruck und Bergen.

00:00:28: Dann die Gründung der Post-Österreich.

00:00:30: Die war vor hundertsechzig Jahren, achtzehnhundertsechsund sechzig später dann die drei Sparten also Post, Postbus und Telekommunikation.

00:00:39: Vor dreißig Jahren begann dann die Privatisierung, also Verkauf von Postbus, Telekom und da bin ich in zwei tausend sechs der Börsengang.

00:00:49: Nach dem Börsengang startete die Post mit der Expansion ins Ausland und ist heute ein drei Milliarden Euro Konzern.

00:00:57: Ja zwanzig Jahre österreichische Post an der Bürse in Wien.

00:01:01: Herr Oblin was war denn der Auslöser damals für den Gang an die Börse?

00:01:06: Jetzt muss ich dazusagen, dass ich persönlich damals noch nicht dabei war.

00:01:09: Ich bin jetzt seit siebzehn Jahren im Unternehmen aber ich glaube auch so ist eine klare Erkenntnis aller Beteiligten, dass das Unternehmen A ein enormes Potenzial hat, B aber auch einen großen Transformationsbedarf hat und dass ein Umfeld an der Börse mit all der Professionalität die es dazu braucht ein besseres Umfeld ist als hundert Prozent Staatseigentum.

00:01:29: Ich glaube, das hat sich im Nachhinein auch ganz klar als richtig bestätigt.

00:01:34: Wir sind seit zwanzig Jahren an der Börse.

00:01:35: Der Börsegang war der Katalysator für eine tiefgreifende Transformation des Unternehmens und ich glaube, im Resultat steht die österreichische Post heute als erfolgreiches Unternehmen in einer Postwelt, die massiv im Umbruch ist da – und das Ganze war auch eine schöne Erfolgsgeschichte für Investoren.

00:01:51: Was ist denn diese Erfolggeschichte?

00:01:53: Was sind denn die Vorteile?

00:01:55: was ich vor zwanzig Jahren noch nicht war.

00:02:00: Zwanzig Jahre Prost an der Börse ist eine Erfolgsgeschichte, also zum einen sind wir mal ein ganz normales Unternehmen.

00:02:06: Prost hatte irgendwo einen hoheitlichen Hintergrund und die letzten zwanzige Jahre haben dazu geführt dass wir nach außen, also auch nach innen einfach ein ganz normales, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten operierendes Unternehmen sind.

00:02:18: Wo die Kunden zu allererste im Mittelpunkt stehen und uns aber natürlich auch klar ist, dass wir Investoren haben, deren Geld wir anvertraut bekommen haben mit dem Ziel ja auch eine Rendite zur Wirtschaften.

00:02:29: Da darf ich das auch absolut in Zahlen greifen.

00:02:31: Die österreichische Post ist mit neunzehn Euro an die Börse gegangen.

00:02:35: Jemand, der damals investiert hat, hat sein Geld für dreieinhalbfach, also einen Todescheher oder Return und über zweihundertfünfzig Prozent erzielt.

00:02:43: Da vorne haben wir allein siebenundreißig Eurozwanzig an Dividendeproaktien ausgeschüttet.

00:02:47: Wir sind ganz klar positioniert als stabiler defensiver Dividendenwert mit dem Versprechen einerseits ein stabiles, resilientes Geschäftsmodell zu haben.

00:02:58: Das haben wir auch in verschiedenen Krisen gezeigt.

00:03:00: In der Pandemie, die Finanzkrise seit Jahrtausend neun in den letzten Jahren mit all den politischen Krisen, die es gab.

00:03:06: Zum Zweiten, wir halten was wir versprechen.

00:03:09: Wir haben ganze Jahre ohne Profitwarning hinter uns.

00:03:12: Dritten Sie eben ein attraktives Dividendenversprechen.

00:03:15: da haben wir... immer geliefert, auch in schwierigen Zeiten.

00:03:18: die Pandemie.

00:03:18: Wo viele die Dividende des Vorjahres abgesagt haben und für so Öupunktien der Pandemie, ohnehin dann keine bezahlten werden, sowohl die Diverdente für nineteen ganz konsequent bezahlt und ausbildet also für zwanzig-zwanzig eine schöne Dividend bezahlt.

00:03:32: Und letzter Punkt Teil dieses Versprechen an der Börse ist auch dass wir eine Vorreiterin sein wollen und Sachen nachhaltiger Logistik und wir haben die letzten zwanzige Jahre den CO² Footpoint der Post dramatisch reduzieren können.

00:03:46: Sie begleiten die Post selber schon seit fast zwanzig Jahren in verantwortlicher Position.

00:03:51: Was war denn die größte Herausforderung?

00:03:54: Die Liberalisierung, das Thema E-Mail oder das von Ihnen angesprochene Thema Corona als jeder auf einmal alles online bestellt hat und die Post irgendwie Sorgen hatte der Paketflut auch nur ansatzweise herzuhören?

00:04:09: Also ich glaube, wenn man sozusagen ein Einzelereignis betrachtet oder ein Einzelerreignis nennen möchte dann war es wahrscheinlich in der Tat die Pandemie.

00:04:15: Wo wir innerhalb weniger Monate von – Wir wissen nicht wo wir morgen überhaupt einen Umsatzwirtschaften können und unsere Zusteller ausschicken können Zu einem Punkt kamen, wo uns eine Paketflut – wir haben es dann im Paket Segen unbenannt überrollt hat.

00:04:30: Ich kann mir noch gut erinnern, dass ich damals selbst einige Tage im Logistikzentrum mitgeholfen habe und damals haben viele Menschen Gewichte um sich zu Hause.

00:04:37: Man durfte ja nicht rausgehen.

00:04:39: Wortlich zur Züchtigen bestellte man auch beim Sortieren ein bisschen einen Workout gemacht.

00:04:44: Das war glaube ich das größte Einzelereignis, das uns zumindest in Erinnerung geblieben ist.

00:04:48: Wirklich großen Herausforderungen sind die zwei Megatrends, die europäische und weltweite Prostindustrie beschäftigen seit zwanzig Jahren.

00:04:56: Das ist eineseits ein schrumpfendes Briefvolumen in Österreich seit dem Jahr eight.

00:05:00: Mittlerweile haben wir circa zwei Drittel der Briefmengen verloren.

00:05:02: Und die andere große Herausforderung ist das Thema E-Commerce, das ist eine Wachstumsschance.

00:05:06: Allerdings sind wir da einen beinharten Wettbewerb als nationale Post mit großen internationalen Konzernen Aber diesen Wettbewerb haben wir uns gut gestellt in Österreich.

00:05:15: Klare Marksführerinnen, Paketgeschäfte mit einem Marktanteil von sechsundfünfzig Prozent und mittlerweile auch ein internationales Unternehmen das in fünfzehn Ländern performante Paketen jetzt erbietet.

00:05:26: Der Vorstand packt mit an und schleppt die Pakete, was sich jeder Gewichte mit der Post bestellt – von links nach rechts bringt mich zum nächsten Thema!

00:05:34: Was ist denn heute die Stärke der Post?

00:05:38: Die Stärke ist in Österreich natürlich ein Ökosystem.

00:05:42: In Summe, dass wir jeden Tag versuchen auch zu stärken mit einer ganz starken Marke, die wir glaube ich gut ins Jahrhundert gebracht haben – mit einem hochperfomanten Zustellnetz wo wir einen möglichen das Online-Händlerbestellungen, die um im nächsten Tag um sechs Uhr in der Zustellbasis sind und auch wenn die Ware vielleicht irgendwo in einem Logistikzentrum in Polen liegt einem Filialnetz, wir betreiben nachhilfe von Österreich dreihundertfünfzig Eigenbetriebene Filialen und tausenddreihundert Postpartner.

00:06:12: Also wir sind mehr als niemand in diesem Land an den Menschen dran Und das nutzen wir auch um über das reine Thema Brief und Paket.

00:06:22: Das ist die klassische Logistikrolle, Zustellrolle, die wir haben hier eine breitere Positionierung als Grundversorgerin aufzubauen.

00:06:29: Wir haben vor sechs Jahren eine Bank gegründert – die Bank von der Neunundneunzig hat heute dreihunderttausend Kunden für Milliarden Behandlungen gewinnerschreibt.

00:06:36: Wir hatten vor drei Monaten mit Yellow, mit Drei L so ein bisschen anders Rufsignal Telefon angelehnt, eine sehr postnahe Mobilfunkmarke mit einem bespannenden Angebot also einen MWNO wie man das so schön sagt, ein Mobile Virtual Network Operator nah an der Post gelangte und auch hier gewinnen wir jede Woche tausend Fünfhundert Kunden.

00:06:56: Und zeigen, dass dieses Ökosystem Post, dieses Grundvertrauen das die Menschen haben eine tolle Plattform ist für weitere Geschäfte

00:07:03: Wenn jetzt eine Fee vorbeikommen würde und sagt

00:07:07: Walter

00:07:08: Du hast damals mit angepackt in der Pandemie.

00:07:10: Jetzt hast du einen Wunsch frei.

00:07:12: Was wünschen sie sich für die österreichische Post?

00:07:16: Also zunächst wünsche ich mir mal ein modernes Postmarkt gesetzt.

00:07:20: Ich arbeite intensiv daran.

00:07:22: Das ist jetzt vielleicht für die Hörerinnen und Hörern ein sehr technischer Wunsch, aber die Post ist ja weltweit ein reguliertes Unternehmen und da wünschen wir uns einfach moderne Rahmenbedingungen mit denen wir auch in einem internationalen Wettbewerb bestehen können wo die Rolle des Briefes nicht mehr, die das vor zwanzig Jahren war.

00:07:39: Das zweite was man uns wünscht ist im Summe dass Europa weniger reguliert und mehr unternehmerische Freiheit zulässt.

00:07:48: Österreich in einem Zeitraum von fünf Monaten drei verschiedene Paketabgaben, einen EU-Pauschalzoll.

00:07:55: Eine österreichische Paketsteuer und dann noch eine Bearbeitungsgebühr für ausländische Pakete, EU-ausländliche Pakete in Europa.

00:08:02: Das alles ist nicht hilfreich.

00:08:03: Wir werden halt diese Herausforderungen natürlich angehen wie alle anderen aber ein bisschen mehr Rückwinter, ein bissel mehr Unterstützung auch für heimische Unternehmen das würde ich nur wünschen.

00:08:14: Nee es waren zwei Wünsche aber es ist glaube

00:08:16: Ich

00:08:19: wünsche es, würde ich so zu sagen.

00:08:21: Walter Oblin der CEO der österreichischen Post, zwanzig Jahre an der Börse in Wien.

00:08:28: Herzlichen Dank und auf die nächsten zwanziger.

00:08:31: Alles Gute!

00:08:32: Vielen Dank bis zum nächsten

00:08:38: Mal.

Über diesen Podcast

In diesen Podcasts hören Sie Interviews rund um die Wiener Börse und den österreichischen Kapitalmarkt. CEOs und CFOs geben Einblicke in börsennotierte Unternehmen. Analysten und Fondsmanager teilen Einschätzungen zur Marktlage, attraktiven Branchen und Favoriten unter österreichischen & internationalen Aktien. Außerdem erfahren Anleger: Tipps zur steuerlichen Behandlung von Dividenden und Wertpapier-Gewinne und Updates zum Umfeld für Börsengänge.

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