00:00:00: Börsenradio-Network
00:00:01: AG, Topthema des Tages.
00:00:03: Fritz Mosberg bin hier Head of Research der Erste Group Bank AG in Wien.
00:00:08: Und aus dem BörSenRadio Studio grüßt Peter Heinbech.
00:00:12: Manche werden sich schon die Frage stellen und standest du auch schon im Stau an der Tankstelle sozusagen?
00:00:18: Lieber Anleger!
00:00:19: Der Krieg um den Iran verunsichert.
00:00:20: Die Märkte Öl zieht an.
00:00:22: Gold wird gesucht.
00:00:23: Aktien rutschen in den Risk Off Modus.
00:00:25: Entscheidend ist ob es bei einem Schock bleibt oder Energieflüsse länger gestört werden.
00:00:32: Mosberg, danke für Ihre Zeit!
00:00:34: Schauen wir mal die erste Einordnung.
00:00:36: Wir sehen Risk of Ölhoch-, Goldhoch-Aktien runter?
00:00:40: Ist es ja eigentlich so ein Standardsreaktion oder steckt diesmal vielleicht doch mehr Struktur dahinter?
00:00:45: Das ist eine leider in dem Fall ganz normale Reaktion, die erwartet worden war.
00:00:51: Dass natürlich eher sichere Assetglassen profitieren wie Gold oder andere und Aktien natürlich entsprechend irritiert reagieren.
00:01:05: Auf der anderen Seite ist es so, dass in einer solchen Situation die Unsicherheit groß ist, die sich nicht nur durch Volatilitäten manifestiert sondern es herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit wie man das auch an den Finanzmärkten einpreist.
00:01:25: Das ist kurzfristig sehr schwer auszumachen Und es gibt ja da den schönen Satz, never catch a falling knife.
00:01:32: Also man sollte in so einer Situation nicht ins Messer greifen weil natürlich bei so einer großen Unsicherheit jetzt einmal eine Bogenbildung abgebattet werden muss und es ist auch schwierig fest zu machen wie die einzelnen Märkte jetzt Aktienmärkte unterschiedlich reagieren.
00:01:53: Ja, das war schon spannend.
00:01:55: Die US-Börsen haben ja eigentlich unverändert geschlossen also die blieben gleich dort schonens Null Komma ein Prozent S&P fünfhundert sogar minimal in plus null Komma zero vier Prozent und näßt ja kein hundert.
00:02:05: auch Bei uns in Europa waren die Börsen deutlich im Minus sowohl im ATX als auf dem DAX oder Oristox.
00:02:12: Fünfzig gestern über zwei Komma zwei Prozent heute auch wieder.
00:02:16: warum reagieren?
00:02:17: Die merkt es so unterschiedlich und greifen hier an den Fallen des Messer.
00:02:22: Was sind denn noch typische Fehler in solchen Phasen?
00:02:25: Wie schützt man sich vor Aktionismus ohne Risiken zu ignorieren.
00:02:29: Naja, mich wundert das teilweise selber auch wie die Märkte reagieren.
00:02:33: aber offensichtlich ist es doch so dass die USA weniger stark durch das dortige Öl betroffen ist.
00:02:43: also Stichwort Straße von Hormuz.
00:02:46: Das stimmt sicher, wenn man natürlich auch geografisch auf die Landkarte schaut ist Europa natürlich auch näher logischerweise.
00:02:54: Aber, wenn wir jetzt nämlich erst die Transportvolumina angeschaut durch zu den einzelnen Ländern am Öl was da tatsächlich durch die Straße vom Hormus läuft, was Europa betrifft, ist es gar nicht so viel.
00:03:09: Es ist weit mehr für China, es ist weit über Indien Südkorea Japan und anderes Asien.
00:03:17: Und dass dann Europa so besonders stark reagiert, ist wahrscheinlich vielleicht auch in vielerlei Insicht der Überreaktion.
00:03:26: aber wie gesagt man kann das kurzfristig auch schwer punktgenauer einpressen, wieviel tatsächlich jetzt Europa drunter zu leiden hat.
00:03:35: Inflation statt nur Volatilität?
00:03:39: Wo kommt der Inflationsdruck zuerst an?
00:03:41: Direkt über die Energie, dann über Transporte, Chemie und Lebensmittel.
00:03:45: Was sind die Erwartungen?
00:03:46: Das wird länger dauern bis das tatsächlich in der Inflation ankommt.
00:03:50: aber natürlich hat der Öl- und vor allem auch der Gaspress für Europa im Speziellen einen weitslichen Einfluss jetzt einmal kurzfristiger Natur.
00:03:58: Es ist immer die Frage mit welcher Intensität und mit welchen Dauer diese Krise im Nahen Osten bestehen wird.
00:04:08: Je länger das natürlich dauert, desto größer ist die Gefahr dass die Energiepreise dann letztendlich nachhaltigen Einfluss auf die Inflation als solche haben.
00:04:20: Zurzeit ist es eigentlich noch nicht absehbar weil es ist das wenige Tage alt.
00:04:27: auch der Anstieg im Öl war jetzt nicht so dramatisch riesig.
00:04:31: viele befürchten ja wenn das länger dauert wird es in weit lichtere Höhen gehen.
00:04:35: mag sein Auch das ist natürlich aus aktueller Sicht schwer zu beurteilen.
00:04:41: Aber Faktum ist, wenn der Zustand länger dauert, dann wird es wohl doch einen erheblichen Einfluss auf die Inflation haben.
00:04:49: Die Frage ist halt auch inwieweit der Iran militärisch in der Lage ist, länger durchzuhalten?
00:04:57: Weil ich glaube, die militärische Überlegenheit ist klar wo die her kommt.
00:05:03: Das nennt sich USA Israel man natürlich nicht drüber sprechen, aber diese Straße von Hormuz betrifft ja nicht nur Europa und Israel und die USA.
00:05:15: Sondern in Erster Linie natürlich Asien und Saudi-Arabien.
00:05:19: also ich glaube jetzt ganz neutral betrachtet Iran ist dann relativ isoliert und wenn das länger dauert, dann gibt es wahrscheinlich auch ganz sicher große Probleme mit diesen anderen großen Staaten China, Indien, Saudi Arabien Und ich glaube, mit denen sollte man sich nicht ganz verschärzen.
00:05:38: Und in letzter Konsequenz glaub' ich wird dem Iran wahrscheinlich irgendwann mal nix anderes überbleiben als sich an den Verhandlungstisch zu setzen.
00:05:50: Wenn's länger dauert dann betrifft das ja auch die Notenbanken.
00:05:53: also was macht es mit EZB-Fed?
00:05:56: Wird dann aus baldige Lockerung plötzlich länger restriktiv weil eben Energie wieder nach oben zieht?
00:06:03: Also vor dieser Militärische Auseinandersetzung war so, dass schon überlegt wurde das aufgrund des schwachen Dollars und dem gegen irgendeine starken Euros es möglicherweise auch weiterer Zinssenkungen bedarf.
00:06:21: Jetzt sollte die Krise länger andauern und neuerliche Inflation kommen dann sind diese Zinssenkungen sowieso vom Tisch dass sich dann doch auch die Zinsseite anpassen, ob sie dann noch passt und ob man da entsprechend gegensteuern muss.
00:06:41: Aber soweit ist man ganz sicher nicht.
00:06:43: all das muss man in den Märkten entsprechend eingepresst werden.
00:06:47: Und vor allem in den Daten, die dann letztendlich tatsächlich kommen für die Inflation im Meer.
00:06:53: Schauen
00:06:55: wir auf den Stressbarometer und machen einen Sektorencheck.
00:06:58: also worauf schauen Sie als erstes um zu erkennen, ob aus Volatilität am Markt Echter Stress wird.
00:07:05: Credit spread, Geldmarkt-Volatilität, Dollar oder noch was anderes?
00:07:09: Also ich schaue mir im Wesentlichen immer den Wichseindex an.
00:07:13: das ist ein globaler Volatilitätsindex der eben die Nervosität quasi in Form von Volatilitäten an den Finanzmärkten misst.
00:07:22: und wir sind hier eigentlich schon auf höheren Niveaus angelangt aber jetzt nicht in irgendeinem Krisenmodus vielleicht in einem leicht beginnenden Krisen Modus.
00:07:32: Aber das war beispielsweise letztes Jahr bei den Zöllen im April, wie es Trump angekündigt hat weit höher von der Schwankungsbreite.
00:07:44: Nur um das jetzt irgendwo einzuordnen und das hat ja auch da nur kurze Dauer im April gedauert.
00:07:50: also wir sind bei Weitem nicht auf diesen Niveaus wie bei der Ankündigung vom Zöln seinerzeit im April von Präsident Dran.
00:07:58: Wo sehen Sie die klarsten Gewinne und Verlierer?
00:08:01: Okay.
00:08:02: Energie, Rüstung, Airline, Industrie, Banken.
00:08:04: und wo unterschätzt der Markt vielleicht gerade einen zweitrunden Effekt?
00:08:09: Naja zurzeit fehlt natürlich in so einer Situation meist alles und wie gesagt gestern war eigentlich die Reaktion mit ungefähr minus eineinhalb zwei Prozent in Europa relativ verhalten.
00:08:24: jetzt aktuell ist es schon ein bisschen heftiger mit um die drei oder teilweise sogar vier Prozent Und da gibt es natürlich wenige Branchen, die sich hier abkoppeln können.
00:08:35: Aber wenn man jetzt nur rein auf Österreich abstellt und im Vergleich zu anderen merksten die Bewertungen ansieht dann kann man beobachten dass wir eigentlich nach wie vor ein KGV von um die elf für Heuer und an die zehn für nächstes Jahr haben.
00:08:53: also ist nach wie vorher eine Bewertung die äußerst attraktiv ist bei der Dividendenrandtit von an die vierenhalb bis fünf Prozent.
00:09:04: Das ist ebenso attraktiv im Vergleich zu anderen Märkten und bei zweistelligen Gewinnwachstum, sowohl für Heuer als auch für nächstes Jahr.
00:09:13: Und wenn man jetzt ausmachen will in Wien ist es vielleicht so dass die zyklischen Branchen doch eher gegenüber anderen Indizes überwiegen.
00:09:23: aber wir meinen das beispielsweise UMV natürlich ein Profiteur sein sollte.
00:09:30: Ebenso beispielsweise eine EVN, die äußerst günstig bewertet ist als lokaler Versorgung der aber schon auch in Zentral- und ostorobischen Staaten tätige seine Strabag
00:09:41: bspw.,
00:09:43: die speziell im Deutschland natürlich aufgrund des Konjunkturprogramms profitieren wird in weiterer Folge jetzt unabhängig von der aktuellen Situation.
00:09:54: Und beispielsweise auch eine Vienna Insurance-Gruh, die erst kürzlich ihre Wachstums und Gewinnperspektiven überarbeitet hat.
00:10:04: Und das vorgestellt hatte.
00:10:06: also ich glaube hier ist man voll auf Schiene.
00:10:09: Es gibt schon einige Werte, die sich ja auch poppen können.
00:10:13: Selbst wenn die Situation im Iran nachher vorher angespannt ist.
00:10:18: Also in Wien war der Atex heute früh deutlich schwächer Bankenunterdruck Dann heute Frühstern zum Beispiel für Österreich und FACC im Minus.
00:10:28: Was sagt das über die Verwundbarkeit?
00:10:30: Österreich sieht so einem Szenario aus.
00:10:33: Österreich ist, sage ich immer ein international gesehenen Randmarkt aber er ist ein Haupt für Zentral- und Ostropa.
00:10:40: Eigentlich repräsentiert die Wiener Börse ja nicht nur Österreich sondern auch zum Großteil Zentral und Osterropa als Region.
00:10:49: Das heißt es gibt eigentlich wenn dann ein Großteil der Werte, die von Zentral- und Osteuropa abhängig sind.
00:10:55: Und überhaupt nicht mehr von Österreich oder von der heimischen ausschliesslichen Konjunktur.
00:11:01: Auf der anderen Seite gibt es natürlich globale marktlischen Pläne, die global tätig sind wie eine FACC, wie eine Toncoe, wie einen Andritz beispielsweise.
00:11:13: So gesehen würde ich meinen ist der österreichische Markt wahrscheinlich auch deutlich besser diversifiziert als viele andere lokale Märkte und man kann eigentlich indirekt, wenn man in Österreich investiert auch in Zentral- und Rostropa investiert sein oder eben wie gesagt in einer globalen Marktmische.
00:11:37: Und das macht im Wesentlichen die Wiener Börse aus.
00:11:41: Herr Mosbeck danke für die klare Einschätzung.
00:11:44: Vielen
00:11:48: Dank!