00:00:00: My
00:00:04: name is Maikus Müllberg, bin Finanzvorstand der Politik Holding AG und bin vor kurzem vierzig Jahre alt geworden.
00:00:11: Ganz junger Kerl?
00:00:12: Ganz junger Kerl, genau.
00:00:14: Sind Sie damit einer der jüngsten Finanzvorstände Österreichs?
00:00:16: Jetzt weiß ich es nicht mehr, aber wo ich Finanzvorstand geworden bin mit siebenunddreißig wahrscheinlich schon.
00:00:22: Jetzt sprechen wir über die Politik.
00:00:24: Das ist ganz klar die näherste Automobilindustrie.
00:00:27: Das ist eine Industrie, die durchgeschüttelt worden ist in Corona Lieferketten durch ein ganz tiefes Tal gegangen ist.
00:00:34: Wo sind sie?
00:00:35: Ist die Talsole jetzt durchschritten oder sind sie schon im Anstieg auf den Gipfel?
00:00:39: Sind sie unterm Gipfelkreuz?
00:00:41: Ja, Sie haben es richtig gesagt, wobei eines noch gern ergänzen würde.
00:00:45: Das hat nicht mit Corona angefangen, sondern das hat eigentlich schon vorher angefangen mit dem WLTP oder Diesel-Skandal.
00:00:51: Das heißt, im Jahr zwanzig siebzehn ging das eigentlich los in unserer Industrie und ganz speziell für die Politik.
00:00:57: Sind wir durch?
00:00:59: Weiß ich nicht.
00:00:59: Wir sind zumindest mal dran gewöhnt, würde ich sagen.
00:01:03: Und wir haben, wie Sie sagen, nahezu jede Krise mitgenommen, die es so gibt in unserem Bereich.
00:01:08: Ich sage mal, wir haben uns adjustiert.
00:01:11: Und insofern kommen wir mit der Situation ganz gut zurecht.
00:01:14: Das Jahr hat es im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig liegt hinter uns.
00:01:16: Und wenn ich es mal so Revue passieren lasse, ja, wir Journalisten denken immer so in Schlagzeilen.
00:01:21: Da würde ich drüber schreiben, Politik arbeitet sich aus der Krise, Ergebnis dreht ins Plus, restokte Rierungen greifen, da hatten wir auch in der Vergangenheit immer drüber gesprochen, auch mit dem CEO.
00:01:32: Der Kapitalmarkt, so schätze ich es, eine Erkenntivortschritte bleibt also ein bisschen zurückhalten und die zentrale Frage bleibt im Grunde genommen, wird daraus wieder eine belastbare Investment-Story.
00:01:44: Die Frage, die auch Sie als Finanzverstand hier in Hamburg, wir sind ja bei den Hamburger Investorntagen der Montäger, gefühlt im halben Stunden-Rhythmus gefragt bekommen von den Investoren, warum soll ich deine Aktien kaufen?
00:01:54: Naja, also wenn man jetzt mal zurückschaut, muss ich auch sagen, ich selbst habe auch investiert in die Politik vor etwas mehr als einem Jahr und der Return sind hundert Prozent.
00:02:04: Insofern, glaube ich, ist es ja, zwanzig, fünfundzwanzig und zwanzig, sechsundzwanzig doch sehr gut gelaufen, zumindest am Kapitalmarkt für uns.
00:02:12: Ich sehe aber auch, dass hier die Grenze noch lange nicht überschritten ist.
00:02:16: Also wir haben deutliches, deutliches Potenzial nach oben.
00:02:19: Und insofern würde ich sagen, wir sind immer noch, was die Bewertung anbelangt, vierzig Prozent vom Eigenkapital.
00:02:26: Und da gibt es noch ordentlich Potenzial, würde ich sagen.
00:02:29: Es ist so viel Potenzial, dass der Vorstand selber nochmal nachlegen würde.
00:02:33: Ich weiß immer, eine ganz komplizierte und schwierige Frage.
00:02:36: Sie dürfen ja auch nicht immer kaufen, gezahlen, zwanzig, fünfundzwanzig.
00:02:39: Sie kennen sie natürlich als Finanzvorstand.
00:02:41: Was können Sie uns erzählen über das Jahr?
00:02:44: Ist es gelaufen?
00:02:45: Wo ist es besonders gut gelaufen?
00:02:46: Also wir haben ja grundsätzlich eine Guidance am Kapitalmarkt, die heißt Umsatz, sechshundertsechzig bis sechshundertachtzig Millionen Euro und eine Ebitmarsche von zwei Komma fünf Prozent, also eine massive Verbesserung im Vergleich zum Feuer ist.
00:02:59: Ein Zahlern ausgedrückt, ich glaube im Jahr vierundzwanzig haben wir circa vier Millionen Ebit gemacht und diese zwei Komma fünf Prozent Ebitmarsche, die geht dann zur Richtung sechzehn, siebzehn Millionen, also eine Vervierfachung des Ergebnisses, ja.
00:03:11: Und da es bisher keine Gewinnwarnung oder sonstiges gibt, gehe ich doch sehr stark davon aus, dass wir das so erreichen werden und dass wir unser Versprechen einlösen.
00:03:21: Was ich aber auch schon sagen kann, durch die ein oder andere Aktivität, die wir auch veröffentlicht haben, ist unsere Bilanz noch mal stärker, wie sie schon war.
00:03:29: Und damit meine ich jetzt nicht nur das Eigenkapital, sondern ich meine vor allem, dass das net deppt.
00:03:34: Und auch hier haben wir das schon so kommuniziert, dass wir hier Design oder andere gemacht haben, um unsere Bilanz zu stärken.
00:03:42: Und da bin ich auch sehr stolz und sehr froh darüber, dass wir das so umsetzen konnten.
00:03:47: Die Verschuldungssituation, können Sie die noch
00:03:49: präzisieren?
00:03:50: Ja, das kann ich.
00:03:50: Also wir reden ja immer vor allem des Themen NEDEPT-EBITDA im Verhältnis.
00:03:55: Und da bin ich guter Dinge, dass wir da ein Kennzahl unter eins erreichen werden, was für unsere Industrie der Wahnsinn ist.
00:04:02: Der Wahnsinn, die zwei Komma fünf Prozent Marge.
00:04:06: Da sind wir jetzt stolz drauf.
00:04:07: Andere Industrien sagen natürlich, naja, zwei über fünf Prozent, da stehe ich jene früh nicht auf.
00:04:11: Ich vertreibe jetzt ganz bewusst, was ist denn da in Zukunft noch drin, was ist denn da jetzt?
00:04:15: Also zum Thema Stolz, wir sind vor allem auf die Bilanz.
00:04:18: Da bin ich sehr, sehr froh drüber, die zwei Komma fünf Prozent Marge.
00:04:21: Das ist nicht unsere Ambition, möchte ich an der Stelle auch ganz klar sagen.
00:04:25: Aber es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
00:04:28: Dann kommt es natürlich immer drauf an.
00:04:30: Unsere Kunden, das sind die großen OEMs.
00:04:34: Was wird einem zugestanden an Ergebnis?
00:04:36: Und insofern, sage ich mal, gibt es da noch ein gewisses Potenzial, wenn wir jetzt mal über fünf, sechs Prozent reden.
00:04:43: Und hier reden wir vor allem auch über unser Potenzial im Non-Automotiv-Sektor.
00:04:48: Im Automotive-Business ist eine Marge der Größenordnung fünf Prozent mit Sicherheit schon sehr, sehr ambitioniert.
00:04:54: Was ist denn die Folge, die strategische Ausrichtung?
00:04:56: Wir hatten unser Interview begonnen mit dem Fokus auf die Automobilindustrie.
00:05:00: Da ist man sehr leid geprüft.
00:05:02: Das ist bei den OEMs nicht anders als auch bei der Zulieferindustrie.
00:05:05: Die logische Folge wäre ja, ich drehe mein Fokus auf Branchen, wo ordentlich Marge zu holen ist.
00:05:11: Sie sagen es, ja.
00:05:12: Und wir hatten jetzt kein Vorgespräch, aber Sie haben es komplett erkannt.
00:05:15: Und das ist auch genau unsere Strategie.
00:05:17: Wir machen zum Quartal drei circa zehn Prozent Non-Automotive an unserem Umsatz.
00:05:23: Da sind wir uns im Vorstand einig, wir wollen das verdreifachen in naher Zukunft.
00:05:28: Und wir hatten das Ziel auch schon in der Vergangenheit, aber wir waren dem Ziel noch nie so nah wie jetzt.
00:05:33: Denn wir haben massiv viele Potenziale im Non-Automotive-Business oder wie wir dazu sagen Smart Plastic Applications.
00:05:41: Was ist denn das?
00:05:42: Also welche Bereiche sind das?
00:05:43: Das sind natürlich... Produkte aus Kunststoff, aber im Nicht-Automotive-Bereich, zum Beispiel Mehrweg, Logistikverpackungen oder auch, Sie kennen die Boxen, die man beim Aldi, beim Hofer, beim Lidl sieht, die wir schon machen und da gibt es ganz, ganz viele Potenziale.
00:05:59: Und vor allem können wir da unsere Stärke ausnutzen.
00:06:01: Das haben wir jetzt schon sehr stark gemerkt.
00:06:03: Das heißt, unsere, unser Know-how, dass wir aus hoch entwickelten Automotive-Lösungen haben mit unserer Entwicklungsmannschaft, können wir einen massiven Mehrwert bieten im Bereich Non-Automotive und im Bereich Industrieprodukte.
00:06:16: Das hätte ja im Grunde genommen zwei Stoßrichtungen.
00:06:18: Zum einen, dass sie ihr Geschäft breiter aufstellen und zum anderen auch Signal an die OEMs.
00:06:23: Ich bin nicht mehr von der abhängig, so wie bislang.
00:06:26: Ja, wobei, ich meine das Signal an die OEMs, um das geht es uns gar nicht, weil wir sehen uns nach wie vor als Automotive-Zulieferer-Company.
00:06:34: Wir wollen mit unseren OEMs nach wie vor gut zusammenarbeiten.
00:06:37: Es ist nur so, dass wir uns hier etwas diversifizieren wollen und ich möchte nicht sagen müssen, aber wir wollen es, weil wir hier einfach sehr viel Potenzial sehen.
00:06:47: Aber zum Thema Automotive vielleicht auch noch kurz.
00:06:49: Ich glaube oder wir glauben, dass der Markt in Europa stagniert.
00:06:53: Erst mal, ja, also wir reden über fünfzehn bis sechszehn Millionen Fahrzeuge, die das neue hier und jetzt sind.
00:06:59: Und da gibt es einfach massive Überkapazitäten am Markt, sowohl bei den Herstellern, als auch bei den Zulieferern.
00:07:05: Wir sind der Meinung, es braucht hier eine aktive Konsolidierung und wir sind bereit, hier eine Rolle zu spielen.
00:07:11: Was heißt das?
00:07:12: Das heißt, dass wir Augen und Ohren offenhalten.
00:07:14: für potenzielle Übernahmen und schauen uns da Dinge sehr, sehr genauer.
00:07:19: Wie formuliere ich jetzt die Frage, dass ich eine vernünftige Antwort bekomme, wohlwissend, dass man in diesem Status noch nicht so konkret werden kann.
00:07:27: Wird das in Österreich sein, in Europa?
00:07:30: weltweit, dass sie sich anschauen.
00:07:32: Wie
00:07:32: Sie schon sagen, da kann natürlich nichts Konkretes dazu sagen, aber unser Fokus ist Europa, aber solche Kandidaten, die für uns interessant sein können, die haben einen Hauptfutprint in Europa, aber auch mit Produktionsstandorten außerhalb von Europa.
00:07:45: Das ist da, wo wir uns wohlfühlen würden, natürlich in unserem Geschäft, d.h.
00:07:48: Kunststoff im Wesentlichen im Automobil-Exterior-Bereich.
00:07:53: Jetzt müssen Sie ja trotzdem, wenn Sie M&A, Ansprechen, wenn auch indirekt, müssen sich Gedanken machen, wie sie das stemmen finanziell.
00:07:59: Wie soll das funktionieren?
00:08:00: Gibt's da Kapitalmaßnahmen, die geplant sind?
00:08:02: Haben sie genug Firepower?
00:08:04: Vermutlich nach der Vorrede mit der Krise sitzt da, was die Kriegskasse angeht, wie man so schön sagt, nicht so üppig aus.
00:08:10: Das
00:08:10: ist richtig, ja.
00:08:11: Also ist jetzt nicht so, dass uns unbegrenzt finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
00:08:15: Aber ich habe eingangs gesagt, wir haben eine sehr gesunde Birlands mit... einer sehr guten Eigenkapitalquote mit einer sehr geringen Verschuldung.
00:08:22: Und wir haben ein sehr breites Bankenportfolio mit Banken, wo wir sehr partnerschaftlich zusammenarbeiten.
00:08:28: Und insofern, sage ich mal, ist da einiges an Munition da.
00:08:32: Und wir denken ja natürlich auch nicht dran, große Kaufpreise zu bezahlen.
00:08:36: Das möchte ich an der Stelle auch erwähnen.
00:08:38: Auf den Investorntagen hier bei der Montagart sind natürlich die Investoren.
00:08:42: Wir hatten eingangs gesagt, Mensch, was ist die Equity-Story, warum soll man Politikaktien kaufen?
00:08:47: Wo geht denn da die Preise hin?
00:08:48: Wenn Sie so den Kurs anschauen, was Sie sagen, Sie sind selber investiert, auch wenn sich die Aktie gut entwickelt hat, sind Sie denn schon zufrieden mit dem Kurs?
00:08:58: Nein, also wir sind nach wie vor aus meiner Sicht.
00:09:01: unterbewertet.
00:09:02: Und das mache ich in dem Verhältnis zum Eigenkapital, mache ich das ganz klar aus.
00:09:07: Was wir auch sehen, wir haben im Dezember eine Transaktion gehabt.
00:09:10: Wir haben unser Geschäft in England verkauft und haben auch eine kleinere Einheit in Belgen verkauft.
00:09:17: Und da haben wir gesehen, dass wir über Buchwerten.
00:09:19: auch diese Einheit in Belgen beispielsweise verkaufen konnten.
00:09:23: Das heißt für mich, unser Ersatz, wie Sie in der Bilanz stehen, die Stimmen beziehungsweise wir sind in der Lage, mindestens diese Werte zu erreichen.
00:09:32: Und insofern ist das Eigenkapital für mich eigentlich Minimum, was eine Bewertung an der Börse angeht.
00:09:37: Und da gibt es noch einiges am Puffer.
00:09:42: Na ja, ich glaube, das müssen wir zum Schluss selbst sein.
00:09:45: Wir haben in den vergangenen Jahren bewusst die Strategie gehabt, nicht so sehr aktiv am Kapitalmarkt zu kommunizieren.
00:09:53: Also sprich, wir haben das Minimum gemacht und haben auch die eine oder andere Konferenz besucht, sind jetzt aber auch klar, dass wir das intensivieren wollen.
00:10:01: Es gibt auch wieder eine Story zu erzählen.
00:10:04: Und da möchte ich zurückkommen auf das Potenzial, das mehr im Smart Plastic Bereich sehen.
00:10:08: Und das könnte doch sehr stark helfen, den Kurs auch, wie sagt man, in einem Umfeld zu treiben, wo wir sagen, das sind wir wert.
00:10:16: Das ist ganz klar.
00:10:18: Und das zweite Thema haben wir auch schon darüber gesprochen, aber ich möchte gar nicht zu sehr darauf hoffen oder setzen.
00:10:24: Das ist das Thema M&M Automotive-Bereich.
00:10:26: Wenn es sich eine Gelegenheit ergibt, dann sind wir da und das werden wir ganz genau prüfen.
00:10:31: Drehen wir die U-Mal drei Jahre voraus.
00:10:33: Was haben Sie sich vorgenommen?
00:10:34: Wo steht die Politik an?
00:10:36: Wo wird sich dann auch die Arbeit oder woran wird sich die Arbeit des Finanzverstands messen lassen müssen?
00:10:41: Also erstmal, dass wir eine profitable Company sind, ja.
00:10:44: Das ist mir, das ist uns im Vorstand ganz, ganz wichtig, ja.
00:10:47: Lieber schrumpfen wir auch etwas, haben weniger Umsätze, aber sind dafür profitabel.
00:10:52: Das ist mal die Basis dafür.
00:10:54: Gleichzeitig haben wir unsere Strategie umgesetzt, dass wir unabhängig aus sind von der Automotive-Industrie, das heißt, wir werden dann dreißig Prozent Umsatz mit Non-Automotive-Produkten machen und gleichzeitig haben wir unsere Produktion so aufgestellt, dass wir maximal effizient sind.
00:11:09: An der Stelle auch Kompliment an meinen Operationsvorstand Martin Resch, der das massiv vorangetrieben hat, die letzten Monate und auch schon fast Jahre und noch massiv viele Ideen hat.
00:11:20: Und das macht mich, macht uns im Vorstand sehr zuversichtlich.
00:11:23: Politik zeigt Fortschritte.
00:11:25: Der Turnaround läuft.
00:11:26: Entscheidend bleibt die Nachhaltigkeit.
00:11:28: Der Kapitalmarkt wartet jetzt auf die entsprechenden Beweise und Nachweise.
00:11:33: Dankeschön an den Finanzverstand.
00:11:35: Dankeschön an Markus Mühlbeck, Finanzverstand der Politik.
00:11:38: Sehr gerne.
00:11:39: Vielen
00:11:44: Dank.