00:00:00: Börsenradio-Network AG.
00:00:02: Jahreszahlen.
00:00:03: Herzlich willkommen, mein Name ist Reinhard Florey.
00:00:05: Ich bin der Finanzvorstand CFO der OMV AG.
00:00:08: Ich freue mich heute für Sie, die Ergebnisse des Jahres bzw.
00:00:12: des vierten Quartals zusammenzufassen.
00:00:15: OMV, Q-Vier, zwanzig, fünfundzwanzig, hohe Dividende und strategische Ausblick.
00:00:21: Das lässt die Aktie steigen.
00:00:23: Aus dem Börsenradisch-Düde meldet sich Peter Heinrich.
00:00:25: Ihre Zeit ist begrenzt, lassen Sie uns ein bisschen strategisch vorgehen.
00:00:28: Zuerst die Kiezahlen aus dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig betrachten, dann die politische Öl-Welt-Energie-Lage, dann die Strategie zwanzig sechsundzwanzig und hier besonders natürlich die Megafusion, dann der Ausblick.
00:00:44: Ohne Überraschung, das operative Ergebnis, also vor Sondereffekten, sank um zehn Prozent auf vier Komma sechs Milliarden Euro und den aktionären zurechenbare Überschuss ging um sieben Prozent auf eins Komma neun Milliarden Euro zurück.
00:00:58: Ja, und trotzdem bleiben Sie bei der hohen Dividende, worum vier Euro vierzig?
00:01:03: Ja, also zum nächsten Mal ist es so, dass wirtschaftliche Umfeld ist herausfordernd.
00:01:07: Es ist herausfordernd für Wirtschaftstreibende in Europa oder auch für die OMV, die ja ein international aufgestelltes Unternehmen ist.
00:01:15: Aber es ist uns trotzdem gelungen, diese Herausforderung in diesem Jahr sehr gut zu meistern, speziell dank auch unseres integrierten Geschäftsmodells, indem wir Unser Energiegeschäft, unser Fuelsgeschäft und unser Chemiegeschäft gemeinsam aufstellen können, hier Synergien haben und auch die Märkte entsprechend gut bearbeiten können.
00:01:35: Wir sind also herausgekommen mit einem Resultat von vier Kommas sechs Milliarden Kinsises operativen Ergebnis.
00:01:42: Das bedeutet zwar zehn Prozent weniger als letzten Jahres.
00:01:46: Allerdings darf man nicht vergessen, dass im letzten Jahr auch noch die Einmaleffekte aus dem gewonnenen Gerichtsurteil gegen die GAS.
00:01:55: das mit über zweihundert Millionen bei uns zu Buche geschlagen hat, dabei waren.
00:01:58: Wenn man das normalisiert, sind wir schon fast auf dem Niveau von vorher und darauf sind wir sehr, sehr stolz.
00:02:03: Von Cashflow sind wir eigentlich auch sehr gut gestartet.
00:02:07: Das heißt, wir haben im Jahr zwanzig fünfundzwanzig einen gesamten operativen Cashflow, inklusive Network-in-Capital-Effekten von fünf Komma zwei Milliarden erzielt.
00:02:16: Das ist ein sehr starkes Ergebnis.
00:02:18: Wir haben im vierten Quartal da auch durch positive Network-in-Capital-Effekte noch einmal kräftig draufgelegt.
00:02:24: und haben deshalb eine Basis für das ausschütbare Ergebnis erzielt, in dem wir auch tatsächlich eine sehr attraktive Dividende an unsere Shareholder schütten können.
00:02:36: €IV, das setzt sich zusammen aus einer regulären Dividende, die wir als progressiv steigend in unserer Dividendenpolitik tituliert haben.
00:02:47: Das haben wir auch wieder gemacht zum Achtenmal jetzt in einer Reihe sind von drei Null Fünf auf drei Fünfzehn Euro pro Aktie heraufgegangen und schütten darüber hinaus, auch zum vierten Mal jetzt in Folge, eine zusätzliche variable Dividende.
00:03:04: Dieses Jahr in der Höhe von ein Euro fünfundzwanzig, das macht zusammen vier Euro vierzig.
00:03:09: Und darauf sind wir stolz, dass unsere Shareholder auch partizipieren, unserem Unternehmens Erfolg.
00:03:15: Also ein Euro fünfundzwanzig Sonderdividende.
00:03:18: Sie sprachen gerade von Synergien?
00:03:21: Was sind denn die Synergien?
00:03:23: Naja, wenn Sie ein Abstimmgeschäft haben und gleichzeitig ein Raffineriegeschäft, dann können Sie natürlich die Ölförderungen auch in der eigenen Raffinerie bearbeiten.
00:03:33: Sie haben die Möglichkeit hier integriert zu arbeiten, Sie haben die Möglichkeit, Logistikkosten zu sparen, Speicherkosten zu sparen.
00:03:40: Der höchste Integrationsgrad ist derzeit in unserer rumänischen Tochter der OMV Petrom.
00:03:46: wo wir immer noch zwischen siebzig und achtzig Prozent des verarbeiteten Öls in der Raffinerie aus der eigenen Produktion beziehen.
00:03:54: Das ist natürlich effizient und das lässt uns auch in den Operations sehr gut die verschiedenen Typen des Öls aufeinander abstimmen und damit auch mit einem hohen Effizienzgrad arbeiten.
00:04:06: Im Gasbereich ist es so, dass wir Gas produzieren, aber auch Gas verkaufen im Retail-Business.
00:04:12: Das sind ja zwei getrennte Geschäfte.
00:04:14: Wenn man produziert, geht das in einen Markt.
00:04:16: Und aus dem Markt heraus hat man dann auch ein Retail-Gas-Sales-Business.
00:04:21: Auch das haben wir kombiniert mit einem Speichergeschäft, indem wir für die Quartale mit den höheren Gasbezügen, Winter vor allen Dingen, wenn es kalt ist, natürlich vorsorgen und das in Österreich für mehr als Österreich.
00:04:35: Also Österreich hat sehr große Speicherkapazitäten.
00:04:38: Und die haben wir auch gebraucht.
00:04:40: Wir sind derzeit bei einem relativ durchschnittlich niedrigen Speicherbestand von unter fünfzig Prozent.
00:04:47: Aber das ist natürlich auch in einem kalten Winter geschuldet.
00:04:49: Wir sind allerdings absolut zuversichtlich, dass das für mehr als den ganzen Winter reicht und dann wir natürlich im Sommer wieder auffüllen.
00:04:56: Immerhin doppelt so viel.
00:04:58: also fast doppelt so viel wie Deutschland.
00:05:00: Betrachten wir das große Bild der Big Picture.
00:05:03: Also bei der OMV sind ja die größten externen Hebel, gerade Makro und eigentlich trotzdem die Politik.
00:05:08: Rohstoffpreise, geopolitische Volatilität, Energieversorgungssicherheit in Europa und der Tempomix bei der Transformation.
00:05:17: Was brauchen Sie denn für einen Ölpreis, damit es für Sie sich lohnt.
00:05:21: Und was brauchen Sie für einen Ölpreis, damit es in der Kasse klingelt?
00:05:24: Denn Trump will das Öl von Venezuela zugänglich machen und eine große US-Amada-Flotte ist ja quasi im persischen Golf aufgelaufen.
00:05:32: Es könnte ja nach dem Schlag gegen den Iran aussehen, vielleicht sogar einen Krieg geben.
00:05:38: Geopolitische Spannungen sind für unser Geschäftsmodell natürlich nichts Neues.
00:05:43: Wir sehen schon, auch mit ein bisschen Besorgnis in die aktuellen Krisenherde.
00:05:49: Wir sehen aber insgesamt die Branche als relativ resistent und das sieht man auch an unseren Ergebnissen über die vielen Jahre, dass wir es immer wieder schaffen, Krisen zu überdauern und Bereiche zu finden, in denen wir sehr profitabel arbeiten können.
00:06:07: Es gibt verschiedene Bereiche, in die die Ölpreis-Entwicklungen hineinspielen.
00:06:13: Auf der einen Seite ist es das Thema Angebot und Nachfrage, auf der anderen Seite ist es die regionale und lokale Verfügbarkeit.
00:06:21: Um Ihnen ein Beispiel zu geben, in den Jahren in den Jahren, hat Russland einen Energiekrieg gegen Europa geführt.
00:06:28: Daraufhin hat die OMV ihre gesamten Gasbezüge aus Russland gestoppt und sich mit anderen Bezugsquellen ausgestattet.
00:06:36: Das heißt, wir beziehen heute Gas aus Norwegen, aus unseren LNG-Terminals in den Niederlanden.
00:06:44: Wir haben Gas-Pipelines, die aus dem Süden kommen, aus Italien, teilweise auch von Algerien gespeist.
00:06:50: Wir haben selbst Gasproduktion in Tunesien, in Kurdistan und natürlich ist die sehr große Position in Rumänien für uns hier sehr wichtig.
00:07:00: Warum hebe ich Rumänien hervor?
00:07:02: Weil wir derzeit mit dem Neptun-Projekt das größte Gasfeld entwickeln, das in der EU derzeit entwickelt wird.
00:07:09: Das heißt, das ist eine echte Stärkung erstens der Unabhängigkeit Europas gegen Russland, auf der anderen Seite der Versorgungssicherheit, die wir unseren Kunden bieten können.
00:07:19: Und natürlich führt es auch zu einer guten Profitabilität der OMV und der OMV Petraum.
00:07:24: Und das ist es, was wir mit diesen Entwicklungen ja immer vorantreiben.
00:07:30: Was ist denn der gute Ölpreis für Sie?
00:07:33: Ein guter Ölpreis ist der, an dem wir Geld verdienen.
00:07:35: Das liegt derzeit deutlich unter vierzig Euro.
00:07:39: Das wünschen wir der Welt nicht, dass der Ölpreis so tief fällt.
00:07:42: Das hat natürlich schwere Verwerfungen in der Wirtschaft, würde das nach sich ziehen.
00:07:48: Wir haben in unserem Ausblick einen Ölpreis von fünfundsechzig Dollar pro Beryl für das kommende Jahr, also für zwanzig sechsundzwanzig prognostiziert.
00:07:58: Derzeit liegen wir bei knapp siebenundsechzig, also sehr gut in diesem Range.
00:08:03: Und da ist unsere Profitabilität auf alle Fälle gesichert, aber eben auch unsere Investitionsstätigkeit und die Möglichkeit weiter zu explorieren, aber auch in den nachhaltigen Lösungen, die ja ein großer Bestandteil unseres Strategies sind, auch weiter voranzugehen.
00:08:19: Kommen wir zur Megafusion.
00:08:21: Also im Fokus steht er, der geplantet Zusammenschluss der Petrochemiefirmen Boralis und Burush.
00:08:27: Also der Markt schaut genau auf die Burush Group international.
00:08:30: Das Closing soll jetzt im ersten Quartal, zwanzig, sechsundzwanzig kommen.
00:08:34: Was sind die Synergien und ihr OMV-Vorteil?
00:08:38: Also zunächst ist das wahrscheinlich eine echte Megafusion, ein echter Gamechanger.
00:08:44: in der Polyolefin-Industrie.
00:08:46: Polyolefine, das ist Polypropylen, Polyethylen, und das wird aus Raffinerieprodukten gewonnen, aber auch aus nachhaltiger Wiederverwertung.
00:08:56: Die Porealis ist in Europa Einmarktführer, die Purush ist in Asien und im mittleren Osten Einmarktführer und die Nova Chemicals, die dieses gemärzte Konklamerat erwerben wird, ist in USA und Kanada Einmarktführer.
00:09:12: Zusammen ergibt das, eine Größenordnung, die uns in die Weltspitze katapultiert.
00:09:18: Und zwar wird dieses Unternehmen mindestens Nummer vier der Welt sein, auch im Polyolefin-Markt.
00:09:24: Und vor uns sind nur zwei chinesische Unternehmen, die sehr stark den chinesischen Markt bedienen und die Exant, die natürlich sehr viel anderes macht.
00:09:33: Damit ist die Berufsgruppe International das größte Pureplay-Unternehmen der Welt.
00:09:38: Was sind die Synergien?
00:09:39: Die Synergien sind natürlich sowohl auf der Produktionseffizienzseite, auf der Technologieseite, auf der Marketingseite.
00:09:48: Ich fasse das gerne so zusammen, dass insbesondere in den Situationen, wo wir heute durchaus einen herausfordernden Markt haben und das Thema Zölle plötzlich eine große Bedeutung gewonnen hat, wir mit diesem internationalen Fußabdruck, mit dieser internationalen Aufstellung natürlich den Vorteil haben, Wir können Global für Global produzieren, aber wir können auch Local für Local produzieren.
00:10:12: Das heißt, wir haben unsere Produktionsstandorte in Nordamerika, in Europa, im Mittleren Osten, in Asien.
00:10:21: Das heißt, damit können wir im Grunde genommen sehr unabhängig und resilient von den aktuellen politischen Ereignissen auch agieren.
00:10:29: Aber die Synergien, die wir mit mehr als fünfhundert Millionen beziffert haben, und das wird wahrscheinlich deutlich mehr werden, Die helfen uns natürlich die Kostenposition, die heute schon exzellent ist, weil wir über sehr großen Zugang zu billigen Ethan verfügen, in Nordamerika, im Mittleren Osten, das noch weiter zu verbessern und auch in der herausfordernden Situation in der Chemieindustrie derzeit nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch ein Wachstum zu erziehen.
00:10:56: Sie müssen gleich weiter.
00:10:57: Nutzen wir die letzten vier Minuten.
00:10:59: die drei größten Chancen.
00:11:00: Ich würde es wie folgt zusammenfassen.
00:11:02: Bruschgruppe international, Closing und Cashflow.
00:11:05: Also wenn Closing und Synergien funktionieren, wird Chemicals als Ergebnissäule deutlich relevanter.
00:11:11: Dann Fuels Rückgewinnung.
00:11:12: bei guter Marge und hohen Auslastung kann Fuels weiter stabil und guten Cash liefern.
00:11:17: Und Gas als Brücke, Neptune Deep und Gas Portfolio könnten in Europa strategisch und finanziell sehr wertvoll bleiben.
00:11:25: Was sind Ihre Hauptziele?
00:11:28: Also Sie haben unsere strategischen Kurzfrist-Ziele sehr schön zusammengefasst.
00:11:32: Es ist die Fusion BGI, wo wir unsere Chemie-Position deutlich stärken und auch eine sehr starke Dividende aus diesem Bereich erwarten, von dem wir fünfzig Prozent direkt an unsere Shareholder weitergeben, das ist unsere neue Dividendenpolitik, dann das Laptone-Projekt, wo wir zwanzig, siebenundzwanzig mit der Produktion beginnen.
00:11:51: Es sind aber auch noch andere Projekte, die zu unseren Zielen gehören.
00:11:55: Das ist die Verwirklichung der Projekte im grünen Wasserstoff, die haben wir in Österreich und in Rumänien und die Produktion von nachhaltigen Flugzeugtreibstoff, sogenannten SAF Sustainable Aviation Fuel, wo wir neue Produktionseinheiten aufbaut.
00:12:10: und die Kapazitäten erhöhen, weil die Regulation aus der EU ja vorschreibt, dass zurzeit zwei Prozent, ab zwanzig, dreißig, sechs Prozent, ab zwanzig, fünfunddreißig, zwanzig Prozent des Flugzeugtreibstoffes aus nachhaltiger Quelle sein müssen.
00:12:24: Da werden wir vorne dran sein.
00:12:25: Das investieren wir, das gehört auch und zu unseren Zielen.
00:12:29: Und dann gehört es natürlich zu unseren Zielen, weiterhin an einem guten Cashflow zu arbeiten, um weiterhin interessante und attraktive Dividenden zu schütten.
00:12:37: Das haben wir auch in den Jahr zwanzig, fünfundzwanzig erfolgreich unter Beweis gestellt.
00:12:41: Herr Florey, ich danke Ihnen weiterhin viel Erfolg und danke fürs Update.
00:12:45: Danke Ihnen und alles Gute!